Ressourcenbibliothek für praxisnahe Hinweise zur Nachhaltigkeitsberichterstattung
Nachhaltigkeitsberichterstattung wirkt von außen oft komplex, und zwischen CSRD, ESRS und VSME verliert man leicht den Überblick. Auf dieser Seite finden Sie kostenlose Fallstudien, Tools, Vorlagen und Leitfäden, die komplexe Anforderungen greifbar und umsetzbar machen. Alle Materialien stehen kostenlos zum Download bereit und richten sich an Unternehmen, die ihre Berichterstattung selbst in die Hand nehmen wollen, vom ersten Überblick bis zur konkreten Umsetzung.
Die Sammlung deckt die zentralen Bausteine ab, von der doppelten Wesentlichkeitsanalyse über den VSME-Standard bis zur Berechnung von Scope-3-Emissionen. Jeder Abschnitt erklärt das Thema kurz und führt Sie direkt zum passenden Download.
Erfolgsgeschichten der Nachhaltigkeitsberichterstattung
Wir stellen Ihnen Fallstudien vor, die wir gemeinsam mit Unternehmen entwickelt haben, die Nachhaltigkeitsdaten erfolgreich für die Resilienz ihres Geschäftsmodells nutzen. Die Unternehmen zeigen konkrete Beispiele, wie sie Nachhaltigkeitsmanagement in der Praxis umsetzen, welche Hürden sie dabei überwinden mussten, welche Investitionen sie getätigt haben und warum sich diese gelohnt haben. Jede Geschichte bietet praktische Orientierungshilfen und konkrete Ansatzpunkte für Ihre eigene Umsetzung.
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Warum sich Nachhaltigkeitsberichterstattung lohnt
Berichterstattung ist mehr als eine Pflicht. Sie schafft einen strukturierten Prozess, um Auswirkungen, Risiken und Chancen zu erkennen und in die Unternehmensstrategie zu integrieren. Unternehmen, die transparent berichten, profitieren in der Regel von besserem Zugang zu Kapital, weil ESG-Bewertungen zunehmend die Finanzierungskonditionen beeinflussen. Sie steuern Risiken vorausschauender und stärken ihre Reputation bei Kunden, Investoren und Geschäftspartnern. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist ein schlanker Einstieg sinnvoll, weil schon erste Transparenz Vertrauen schafft und die eigene Wettbewerbsposition stärkt.
Statement herunterladen (PDF)
Doppelte Wesentlichkeitsanalyse und die passenden Excel-Tools
Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse ist das Herzstück der ESRS und der Ausgangspunkt jedes Nachhaltigkeitsberichts. Ihr Ziel ist es, die wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen zu ermitteln, über die ein Unternehmen berichten muss. „Doppelt” bedeutet, dass zwei Perspektiven zusammenkommen. Die Auswirkungsperspektive (Inside-Out) fragt, wie das Unternehmen auf Mensch und Umwelt wirkt. Die finanzielle Perspektive (Outside-In) fragt, wie sich Nachhaltigkeitsthemen als Risiko oder Chance auf das Unternehmen auswirken.
Unser kostenloses Toolkit begleitet Sie in sechs Schritten durch den gesamten Prozess. Sechs aufeinander aufbauende Excel-Tools führen Sie von der Vorbereitung bis zum fertigen Ergebnis.
- Mit dem Status-Quo-Fragebogen tragen Sie vorhandenes Wissen und relevante Dokumente strukturiert zusammen.
- Mit dem Tool zur Stakeholder-Identifikation ordnen Sie Ihre wichtigsten Stakeholder in einer Matrix ein und definieren eine Einbindungsstrategie.
- Mit der Themen-Longlist identifizieren Sie alle potenziell wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen.
- Mit der Auswirkungsanalyse bewerten Sie die Auswirkungen Ihres Unternehmens auf Umwelt und Menschen.
- Mit der Einwirkungsanalyse bewerten Sie Risiken und Chancen, die von außen auf Ihr Unternehmen wirken.
- Mit der Themenliste stellen Sie die wesentlichen Themen übersichtlich zusammen, als direkte Grundlage für den Bericht.
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VSME-Standard, die Übersicht für KMU
Der VSME (Voluntary SME Standard) ist der vereinfachte europäische Standard für kleine und mittlere Unternehmen. Er bietet einen niedrigschwelligen Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung, auch für Unternehmen, die nicht direkt von der CSRD erfasst sind, aber über ihre Geschäfts- und Lieferkettenbeziehungen nach Nachhaltigkeitsdaten gefragt werden. Der Standard ist in zwei Module gegliedert. Das Basismodul deckt die grundlegenden Angaben ab, das erweiterte Modul ergänzt weiterführende Angaben. Die Datenpunkte verteilen sich auf vier Bereiche, nämlich Allgemeine Informationen, Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung.
VSME on a Page herunterladen (PDF)
Scope-3.1-Emissionen berechnen, die Praxis-Fallstudie
In vielen Branchen entstehen die meisten Treibhausgasemissionen nicht im eigenen Betrieb, sondern in der vorgelagerten Lieferkette. In der Lebensmittelbranche entfallen im Durchschnitt rund 87 % der Emissionen auf indirekte Bereiche. Die Kategorie Scope 3.1, also eingekaufte Waren und Dienstleistungen, ist dabei meist der größte Hebel. Zur Berechnung gibt es vier Methoden, von lieferantenspezifisch über hybrid und Durchschnittsdaten bis ausgabenbasiert. In der Praxis empfiehlt sich ein Methodenmix.
Unsere Fallstudie zeigt am Beispiel des Bio-Großhändlers Terra Naturkost, wie der Einstieg auch mit begrenzten Ressourcen gelingt. Terra nutzte bestehende Einkaufsdaten und kombinierte sie mit frei verfügbaren Emissionsfaktoren aus der AGRIBALYSE-Datenbank, um sowohl die Scope-3.1-Emissionen als auch den Product Carbon Footprint einzelner Produkte zu ermitteln.
Fallstudie herunterladen (PDF)
Maßnahmen planen und finanzieren
Wenn die wesentlichen Themen feststehen, folgt der nächste Schritt, die Umsetzung. Mit dem Nachhaltigkeits-Maßnahmenplaner strukturieren Sie konkrete Maßnahmen, priorisieren sie und behalten den Finanzierungsbedarf von Anfang an im Blick.
Maßnahmenplaner herunterladen (Excel)
Alle Materialien auf einen Blick
Häufige Fragen
Was ist Nachhaltigkeitsberichterstattung?
Nachhaltigkeitsberichterstattung ist die systematische Offenlegung von Informationen darüber, wie ein Unternehmen mit ökologischen und sozialen Themen umgeht, etwa Emissionen, Energieverbrauch, Arbeitsbedingungen oder Lieferketten. In der EU regelt die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), welche Unternehmen verpflichtend nach den European Sustainability Reporting Standards (ESRS) berichten müssen. Für alle anderen Unternehmen ist die Berichterstattung freiwillig, sie wird aber zunehmend von Kunden, Banken und Geschäftspartnern nachgefragt und kann so zum Wettbewerbsvorteil werden.
Was ist eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse?
Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse ist das zentrale Verfahren, mit dem Unternehmen ermitteln, welche Nachhaltigkeitsthemen für sie wesentlich sind und über welche sie folglich berichten. Betrachtet werden dabei zwei Perspektiven: die Auswirkungen des Unternehmens auf Mensch und Umwelt (Inside-out) sowie die finanziellen Risiken und Chancen, die sich aus Nachhaltigkeitsthemen für das Unternehmen ergeben (Outside-in). Ein Thema ist wesentlich, sobald es aus mindestens einer der beiden Perspektiven relevant ist. Praktische Excel-Tools und einen Leitfaden zur Durchführung der Analyse stellen wir kostenlos in unserer Ressourcenbibliothek bereit.
Was ist der VS-Standard?
Der VS (Voluntary Standard) ist ein vereinfachter, freiwilliger europäischer Standard für die Nachhaltigkeitsberichterstattung kleiner und mittlerer Unternehmen. Er besteht aus einem Basismodul mit grundlegenden Angaben und einem erweiterten Modul für Unternehmen, die zusätzliche Informationen, etwa für Banken oder Großkunden bereitstellen möchten. Durch die Anhebung der CSRD-Schwellenwerte hat der VSME stark an Bedeutung gewonnen: Er ist heute für die große Mehrheit der mittelständischen Unternehmen der praktikabelste Einstieg in eine strukturierte Berichterstattung. Zudem gilt: Berichtspflichtige Unternehmen dürfen von kleineren Geschäftspartnern grundsätzlich keine Informationen verlangen, die über die Anforderungen des freiwilligen Standards hinausgehen. Wer nach VSME berichtet, ist damit gut aufgestellt.
Wie berechnet man Scope-3-Emissionen?
Scope-3-Emissionen also indirekte Emissionen entlang der Wertschöpfungskette, etwa aus eingekauften Waren, lassen sich nach dem Greenhouse Gas Protocol über vier Methoden berechnen: lieferantenspezifisch (mit Primärdaten der Lieferanten), hybrid (Kombination aus Primär- und Sekundärdaten), mit Durchschnittsdaten (Emissionsfaktoren je Menge oder Produkt) oder ausgabenbasiert (Emissionsfaktoren je Euro Einkaufsvolumen). In der Praxis kombiniert man diese Ansätze je nach Datenverfügbarkeit: Der ausgabenbasierte Ansatz eignet sich für einen ersten Überblick und die Identifikation von Hotspots, für die wichtigsten Emissionsquellen lohnt sich dann die schrittweise Umstellung auf genauere Daten. Gerade bei Lebensmittelunternehmen dominieren die eingekauften Waren (Scope 3.1) meist die Klimabilanz – hier setzt auch unsere Praxis-Fallstudie an.
Ist Nachhaltigkeitsberichterstattung Pflicht?
Für die meisten Unternehmen nicht mehr: Seit der Omnibus-Änderungsrichtlinie, die am 18. März 2026 in Kraft getreten ist, müssen nur noch Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden und mehr als 450 Millionen Euro Umsatz einen Nachhaltigkeitsbericht nach der CSRD veröffentlichen. Die Mitgliedstaaten müssen die neuen Regeln bis März 2027 in nationales Recht umsetzen; in Deutschland läuft dieses Verfahren derzeit. Für alle anderen Unternehmen ist die Berichterstattung freiwillig – etwa nach dem VSME-Standard. Auch ohne gesetzliche Pflicht fragen jedoch Banken, Großkunden und Fördermittelgeber zunehmend ESG-Daten ab, sodass sich eine strukturierte freiwillige Berichterstattung für viele Mittelständler weiterhin lohnt.
Danksagung & Förderung
Die Inhalte entstehen im Rahmen des Projekts „Making Sustainable Finance Work in Germany“, gefördert von der Mercator-Stiftung, sowie des Projekts „Changing the Narrative“, unterstützt durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU).
Habt Ihr Feedback oder Fragen? Dann kontaktiert uns!
Wir freuen uns über Ihre Anregungen, Verbesserungsvorschläge und Ideen zur Erweiterung unserer Materialien.
Besonders wertvoll ist für uns der Austausch mit Akteur*innen aus dem Finanzsektor und der Realwirtschaft, die zur Weiterentwicklung unserer Inhalte und Projekte beitragen möchten.
Ansprechpartner:

Fritz Trienekens
Sustainability Reporting Analyst





